Übersetzung im faschistischen Italien

Research output: Contribution to journalArticle

Abstract

Die italianistische Forschung hat in der Vergangenheit dazu geneigt, die Frage nach dem Beitrag der Übersetzung während der Zeit des Faschismus fast ausschließlich auf die literarischen und ästhetischen Interessen einer kulturellen Elite zu fokussieren und insbesondere auf das Interesse, das Schriftsteller wie Cesare Pavese und Elio Vittorini der zeitgenössischen amerikanischen Literatur entgegenbrachten. Diese Tendenz hat zumindest teilweise mit dem Nimbus dieser Autoren nach dem zweiten Weltkrieg und dem Eindruck zu tun, dass ihr Einsatz für die amerikanische Literatur in den 30er Jahren wesentlich zur Entstehung des Neorealismus in der italienischen Nachkriegsliteratur beigetragen hat. Der Fokus auf einflussreiche Schriftsteller und die Bedeutung der Literatur, die sie übersetzt haben, spiegelt sich in fast allem, was bislang über das – von Pavese so titulierte – „Jahrzehnt der Übersetzungen“ geschrieben wurde.
In meiner eigenen Forschung freilich kam es mir darauf an, die Perspektive zu erweitern und hervorzugeben, welch bedeutende Rolle die Übersetzung in dieser Zeit nicht nur als Mittel des Kulturaustausches und als Quelle literarischer Innovation, sondern auch als ideologischer Zankapfel und als Instrument der kulturellen Expansion und Invasion gespielt hat. Der Schwerpunkt lag auf der Rekonstruktion der Geschichte der Übersetzung unter dem Faschismus sowohl als Phänomen des Buchmarktes als auch als politisches und ideologisches Problem und genau diese Aspekte sollen im Folgenden entfaltet werden.

Bibliographical metadata

Translated title of the contributionTranslation in Fascist Italy
Original languageGerman
Pages (from-to)23-41
Number of pages19
JournalZibaldone - Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart
Issue number58
Publication statusPublished - 1 Jun 2015